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Corporate Volunteering

Annette Schikarski, Uta Keite, Florian OsterlohAnnette Schikarski (mitte) im Gespräch mit Uta
Keite und Florian Osterloh (Fotos: Isabela Pacini)

Das freiwillige gemeinnützige Engagement ist aufgrund knapper Budgets deutschlandweit für viele Initiativen und Projekte überlebenswichtig geworden. Ehrenamtliche Helfer setzen sich neben ihrem Beruf für soziale, kulturelle und Umweltthemen ein. Im Rahmen von Corporate Volunteering Programmen honorieren Unternehmen das private Engagement ihrer Mitarbeiter und initiieren gleichzeitig Gruppendynamik. So unterstützen Mitarbeiter der Montblanc International GmbH das Projekt »Medienboten« der Bücherhallen Hamburg. Im zweiten Gespräch der Reihe »CSR-Frühstücke« am 7. Mai, sprachen Florian Osterloh, International Human Resources Advisor der Montblanc International GmbH, und Uta Keite, Referentin der Direktion der Bücherhallen Hamburg, mit Annette Schikarski darüber, wie diese Kooperation zustande kam und wie beide Partner von der Zusammenarbeit profitieren.

Im Austausch über CSR-Projekte

»Diejenigen, denen es gut geht, sollen etwas für andere tun«, so beschreibt Florian Osterloh einfach und zugleich eingängig die Motivation hinter dem Engagement des Hamburger Unternehmens Montblanc. Man sieht sich dabei zum einen als Marke verpflichtet, indem passend zu Firmentradition und -werten Kunst und Kultur gefördert werden. Zum anderen soll durch das Corporate Volunteering Programm die private Initiative einzelner Mitarbeiter angereizt werden. »Unsere Mitarbeiter können sowohl eigene Projekte einbringen als sich auch durch Vorschläge von uns inspirieren lassen. Dieses freiwillige Engagement fördern wir durch Auszeichnungen sowie durch Berichterstattungen in internen Kommunikationsmedien.«

Uta KeiteUta Keite, Bücherhallen Hamburg, entwickelte das
Projekt Medienboten mit

Die Kooperation für »Medienboten« kam zustande, als sich die Partner im Rahmen des Wettbewerbs »start art Hamburg!« der Hamburgischen Kulturstiftung kennenlernten. Die Idee des Projekts, älteren, behinderten und/oder weniger mobilen Menschen, für die der Weg in die nächstgelegene Bücherhalle zu beschwerlich ist, entgegenzukommen, fand bei Montblanc großen Anklang. »Ausschlaggebend für die Beteiligung war das klare Konzept, welches uns Frau Keite vorstellte, sowie der einprägsame, schnell verständliche Projektname und die Möglichkeit die Zusammenarbeit passend zum Unternehmen zu gestalten.« Die erfolgreiche Partnerschaft bestimmt weiterhin die deutliche Festlegung der Erwartungen auf beiden Seiten und die Bestimmung der Aufgaben. Denn nur wenn von Beginn an ehrlich kommuniziert und abgesprochen wird, was machbar ist und was über die jeweiligen Vorstellungen hinausgeht, kann die Zusammenarbeit auch nachhaltig bestehen. Grundlegend sind die Absprachen in einem Kooperationsvertrag festgehalten, darin ist u.a. vereinbart, dass sich die Partnerschaft auf die Vermittlung von Helfern bezieht. Im Alltag wird regelmäßig abgesprochen, welche Montblanc-Mitarbeiter das Projekt begleiten sollen und wie man darüber hinaus beispielsweise die Pressearbeit gestaltet.

Fragen und Anregungen beant-
worten die Referenten nach der
Präsentation auch direkt

Für Uta Keite sind die zusätzlichen ehrenamtlichen Mitarbeiter von Montblanc sehr wichtig, schließlich leben die »Medienboten« von Menschen, die in ihrer Freizeit regelmäßig alle vier Wochen die 200 hausgebundenen Personen besuchen und ihnen den gewünschten Lesestoff nach Hause bringen und nach Wunsch auch vorlesen. »Um einen »Kunden« zu betreuen ist viel Einfühlungsvermögen notwenig«, berichtet Uta Keite, »denn man trifft die Menschen in ihrem ganz persönlichen Umfeld, lernt sie über die Zeit sehr gut kennen und ist auch schon mal Ansprechpartner für persönliche Anliegen.« Aus diesem Grund werden die derzeit insgesamt 100 ehrenamtlichen Helfer durch einen Ansprechpartner betreut und in Schulungen auf verschiedenste Situationen vorbereitet. Den Mehrwert des Projekts, welches im März 2007 in den Bezirken Eimsbüttel und Altona startete und sich zunehmender Beliebtheit erfreut, beschreibt die Initiatorin Uta Keite auf sehr persönliche Weise: »Für mich sind die »Medienboten« ein sehr emotionales Projekt, denn sie bauen Brücken zum gesellschaftlichen Leben dort, wo die Teilhabe stark eingeschränkt oder gar nicht möglich ist.«

Podcast der Veranstaltung vom 07.05.209 im KörberForum.

Download (MP3)

BEATE LUDWIG, ludwig + partner, HANSJÜRGEN MENZEL-PRACHNER, Ida Ehre Kulturverein e.V., und GABRIELE WOIDELKO, Körber-Stiftung LUDWIG + PARTNER GMBH und IDA EHRE KULTURVEREIN E.V. sind Partner für das Projekt »Steine des Anstoßes – An- und innehalten«
 
BEATE LUDWIG, ludwig + partner, HANSJÜRGEN MENZEL-PRACHNER, Ida Ehre Kulturverein e.V., und GABRIELE WOIDELKO, Körber-Stiftung
(Foto: Achim van Gerven)